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Zur Ausstellung in der Zähnteschüür Oberrohrdorf schrieb die bekannte Kunstkritikerin Sabine Altdorfer am 23. Oktober 1993 im Badener Tagblatt:
Die Schönheit des Einfachen

Bunt bemalte Holzskulpturen oder dunkle Eisenarbeiten von Kuno Perler aus Oberehrendingen und Schwarzweissfotos von Arthur Brühlmeier aus Oberrohrdorf ergänzen sich in der Zähnteschüür Oberrohrdorf zu einer kontrastreichen Ausstellung. Die Welt des Kleinen, des unscheinbaren Details fassen und die Schönheit des Alltäglichen, des Verfallenden aufdecken, das ist Programm bei den Fotografien von Arthur Brühlmeier. Er richtet den Blick auf Dinge, die wir meist übersehen, weil sie zu gewöhnlich sind, hauptsächlich architektonische Strukturen wie Mauer- und Wandstücke. Der Verputz blättert ab, es gibt Risse zwischen den Brettern, eine Schraube: Banalitäten. Und doch aus der Folge von drei Brettern kann ein spannender Rhythmus entstehen, die Farbblasen sorgen für malerische Strukturen und die Schraube wird zu einem Kraftzentrum ... besser oder prägnanter kann auch ein Maler Fläche und Linie, Vertikale im Querformat, Spannung in einem harmonischen Gefüge nicht komponieren.
Es sind denn auch vor allem die geordneten Strukturen in den Detailbildern, die Arthur Brühlmeier betont. Da schneidet ein Schatten eine rechteckige Fläche in zwei Dreiecke, hier spielt das Prinzip der Reihung und dort schneidet ein Bogen präzis eine Fläche oder eine Linie oder Tore bieten gestaffelt einen Durchblick.
Auffallend ist generell die Vorliebe von Arthur Brühmeier für Übergänge und Kombinationen verschiedener Materialien und Bauteilen. Scharniere sind wichtig, das harte, spürbar rostige Eisen zwischen spröden Holzteilen, die krummen Nägel, mit denen die beiden Elemente verbunden sind. «Drei Stoffe» heisst ein Bild, das Holz, Eisen und Stein verbindet. Ihre Flächenanteile sind verschieden gross, die Gewichte wirken doch ausgeglichen – ein Kompositionsprinzip, das wir aus der konkreten Malerei kennen. So wichtig wie diese kunsttheoretischen Überlegungen scheinen die inhaltlichen Wirkungen. Wie Brühlmeier die Kombination der Materialien zeigt, ihr Zusammenspiel, ihre harte Konfrontation und immer wieder ihre Verbindung als Scharniere, als Treppen, als sanfte oder harte Grenzen – das wirkt als Sinnbild eines sozialen Zusammenspiels. Dazu kommt, dass die gezeigten Dürftigkeiten zusammen eine erstaunliche Schönheit entwickeln. Sie zu sehen, dazu wird unser Auge hier sensibilisiert.
Neben diesen prägnanten Schwarz-Weiss-Bildern ... (folgen Aussagen über die Werke Kuno Perlers).